Bei gepflegter Haut haben Bakterien keine Chance

Studie zeigt Handlungsbedarf bei Hautschutz auf

Dreieich, 07. November 2007 – Sie schützt vor Umwelteinflüssen, wehrt Krankheitserreger ab, übernimmt wichtige Aufgaben im Stoffwechsel und ist damit das vielseitigste menschliche Organ: die Haut. Im Berufsalltag ist das zwei Quadratmeter große Organ jedoch vielen Gefahren ausgesetzt. Reinigungsmittel, mechanische Belastungen oder ständiges Arbeiten mit Wasser können die Haut dauerhaft schädigen. Nach einer Untersuchung der Universität Greifswald im Auftrag von HTS Deutschland unterschätzen jedoch viele Arbeitnehmer den Stellenwert von Hautschutz und -pflege. Gleichzeitig liefern die Studienergebnisse einen neuen Grund für das passende Handschutzkonzept: Das Team um Hygieneforscher Axel Kramer konnte nachweisen, dass mit Handschutzcreme behandelte Haut besser vor Verunreinigungen bewahrt wird.

„Die Ergebnisse bestätigen die Hypothese, dass eine gepflegte Haut besser desinfizierbar ist“, resümiert Professor Kramer im Abschlussbericht der Studie. Am Institut für Hygiene und Umweltmedizin wurden die Hände von 20 Probanden künstlich mit Bakterien kontaminiert und danach desinfiziert. Ein Teil der Testpersonen cremte vor dem Versuch ihre Hände mit einer Hautschutzcreme ein und ließ das Produkt unterschiedlich lang einziehen. Das Ergebnis: Auf den eingecremten Händen tummelten sich unabhängig von der Einwirkzeit am Ende der Versuchsreihe weit weniger Bakterien. Ein ähnlicher Reinheitseffekt ließ sich auch durch eine vorher durchgeführte Seifenwaschung nicht erzielen.

Großer Aufklärungsbedarf vorhanden
Viele Arbeitnehmer verzichten allerdings auf den zusätzlichen Hygienefaktor. In einem zweiten Schritt befragten die Greifswalder Wissenschaftler repräsentativ ausgewähltes Stationspersonal am örtlichen Klinikum nach ihren Gewohnheiten in punkto Handpflege. Das Ergebnis: Für rund zehn Prozent des Pflegepersonals spielen Hautschutz und –pflege keine Rolle. „Arbeitsmedizinisch nicht tolerierbar“ sei dies laut Kramer. Auch wenn ein- bis zweimal gecremt werde, sei der Schutz noch nicht ausreichend, betont der Wissenschaftler. Schon gar nicht, wenn nur einfache Hautcreme oder Lotion zum Einsatz kommen, wie von über der Hälfte der Befragten angegeben.

Nach den Greifswalder Ergebnissen sieht nur ein Viertel der Studienteilnehmer die Notwendigkeit, die Hände zu Schichtbeginn mit Hautschutzcreme zu behandeln. Für die Umweltmediziner überraschend, denn ein Teil dieser Gruppe greift während der Schicht durchaus zu entsprechenden Präparaten. „Damit besteht auch zur zeitlichen Abfolge von Hautschutz und Hautpflege Aufklärungsbedarf“, lautet das Fazit von Kramer und seinen Kollegen.
Abhilfe schaffen kann hier ein Hautschutzplan, der in bestimmten Branchen wie dem Handwerk sogar Pflicht ist. An Arbeitsplatz und Waschtisch informiert die Über¬sicht über hautgefährdende Arbeitsstoffe und Belastungen, die vorgesehenen Schutzpräparate und ihre korrekte Anwendung. „Hautschutz sollte immer ganzheitlich stattfinden“, weiß CWS Produktmanager Enzo Lagrasta. „Das fängt beim Schutz an, beinhaltet das passende Reinigungsmittel und natürlich die vorsorgende Pflege.“ Vor der Arbeit wird die Haut mit Mitteln eingecremt, die ihre natürliche Barrierefunktion unterstützen und sich wie ein schützender Film über die Hände legt. Gleichzeitig erleichtert der Hautschutz später die Reinigung. Nach dem Waschen ist für die beanspruchte Haut Erholung angesagt. Dazu gehört eine Pflegelotion, die bei der Regeneration hilft.

Maßgeschneidertes Schutzkonzept mit Plan

„Das Präparat sollte auf den Hauttyp zugeschnitten sein“, empfiehlt Lagrasta. Auch sonst gelte: eine Lösung passt nicht auf jeden Mitarbeiter und jeden Betrieb. Bei der Wahl des passenden Hautschutzmittels ist vor allem entscheidend, mit welchen Substanzen gearbeitet wird. „Kommt jemand während der Arbeit mit wassermischbaren Flüssigkeiten wie z.B. Desinfektionsmitteln in Berührung, muss der Hautschutz wasserabweisend sein. Bei wasserunlöslichen Stoffen wie Ölen und Fetten ist es genau anders herum“, erklärt Lagrasta.

Aus dem gleichen Grund sei bei der Entscheidung des Reinigungspräparates Sorgfalt angesagt. Hier spielt zusätzlich der Verschmutzungsgrad eine Rolle. Auf keinen Fall sollten unnötig rabiate Lösungen wie Verdünner oder Terpentin zum Zuge kommen. „Wir haben allein zehn verschiedene Hautreinigungsprodukte für unterschiedliche Berufsgruppen in unserem CWS Sortiment, die effektiv, aber schonend reinigen“, beschreibt Lagrasta die bessere Alternative. „Einen Hautschutzplan erhalten unsere Kunden übrigens gleich mit dazu.“

Kurzportrait
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